Die geilste Droge für Musiker

und total ungesund

Am vergangenen Sonntag hatte ich gut 4 Stunden Zeit mir über das Musik-machen und den Antrieb dahinter Gedanken zu machen. Mit Hells Bells (AC/DC) auf den Ohren ging es los. Dabei musste ich an die typischen Klischees von Sex and Drugs and Rock‘n‘Roll denken. Ein bisschen high war ich gewiss auch bei Die Hesse komme (Rodgau Monotons), als ich bei gut 21 km noch meine angestrebte Zielzeit für möglich hielt. Halbzeit nach 2:02 Stunden inklusive einer Pipi-Pause. „Runners high“ so nennt man das Glücksgefühl, das einen beim Langstreckenlauf überkommt, wenn man so ganz im „flow“ ist. Genau dieses Gefühl brauchst Du als Musiker, wenn es auf die Bühne geht, damit Du die ganze Meute mitreisen und auf Deine Seite bringen kannst.

Es lief einfach wie geschmiert. The Power to Shape Your Destiny (Anthony Robins) half dabei, obwohl ich bei der Vorbereitung auf meinen linke Fuß Rücksicht nehmen musste. Mit dem war ich im Training umgeknickt, was zu einer ungewollten Laufpause führte. Das ließ sich diesen Sommer aber gut durch Schwimmtraining kompensieren. Das ist so als ob es in Deiner Band nicht rund läuft, aber ein Gig durchgezogen werden muss. Dann musst Du improvisieren und das Problem irgendwie kompensieren.

„Bei km 30 steht der Mann mit dem Hammer“ heißt es unter Läufern, aber ich habe ihn wohl verpasst … oder ich war vom Rock’n’Roll Outlaw (Rose Tattoo) so benebelt, dass ich ihn übersehen habe. Also rannte ich weiter Richtung City. Dort kam ich dann auch aufrecht stehend und gut gelaunt an. Mit schweren Beinen erreichte ich nach 41,195 km in der Frankfurter Festhalle das Ziel. Mit Higway to Hell (AC/DC) auf den Ohren fühlt man sich wie nach einem Gig und einer anschließend mit Groupies durchzechten Nacht. Gesund ist das nicht, aber dafür war es die Vorbereitung auf den Marathon!

Frankfrut 2014 MarathonFür die angestrebten 4 Stunden hat es am Ende nicht ganz gereicht. Immerhin habe ich mich um über 1.000 Plätze in der Gesamtwertung im Vergleich zum Vorjahr verbessert ;-) Wenn ich das noch sechs mal mache, renne ich auch ganz vorne mit, also rein rechnerisch. Eins wurde mir aber dabei klar: Laufen ist die geilste Droge der Welt – und das nicht nur für Musiker! Ach ja, der schnellste war nur halb so lange unterwegs. Der muss also doppelt so high gewesen sein, wahrscheinlich ist er geflogen! Meine Hochachtung vor dem Kenianer Mark Kiptoo, der in 2:06 Stunden im Ziel war.

Hast Du Lust beim nächsten Stuttgart-Lauf (Halbmarathon) mitzumachen und für Deine Gigs Energie tanken kannst?

Damit Du auch dann die nötige Power auf die Bühne bringst, selbst wenn es zwischendurch mal etwas holprig wird.