Bands sitzen bald auf der Straße

Pressemitteilung: Stuttgart, den 03.12.2018

Zahlreiche Musiker und Bands sitzen bald auf der Straße

Wegen Eigenbedarfs wird es zu einem akuten Proberaum-Notstand in Stuttgart kommen

Das Proberaumzentrum Stuttgart im Holderpark, einem Bürogebäude im Stadtbezirk Weilimdorf, wird Musikern und Bands bald nur noch teilweise zur Verfügung stehen. Weil der Gebäudebesitzer am 22. November 2018 wegen Eigenbedarfs kurzfristig die Räumung vom 3. Obergeschoss angekündigt hat. Und 36 Musiker und Bands sitzen bald auf der Straße.

Durch die anstehende Kündigung stehen die Bands und Musiker vor dem Problem, bis Ende März 2019 neue Räume für Recording Studios oder Proberäume zu finden. Für Rooms4Music bricht durch die Kündigung der ca. 600 m² großen Fläche im 3. Obergeschoss fast ein Drittel vom Umsatz weg.

Rooms4Music sucht nach neuen Räumen

Im Proberaumzentrum von Rooms4Music haben 153 Bands, Produzenten und Musiker ihr Recording Studio oder ihren Proberaum eingerichtet. Durch den Wegfall vom 3. Obergeschoss müssen voraussichtlich Anfang 2019 Kündigungen für die Studios und Proberäume ausgesprochen werden. Und die Bands sitzen bald auf der Straße. Zumindest, wenn nicht rechtzeitig Ersatzflächen gefunden werden.

Der Proberaumbetreiber sucht bereits seit längerem nach neuen Räumen, siehe www.norooms.de. „Aufgrund der hohen Immobilienpreise ist es sehr schwierig, geeignete Räume zu finden. Und das Rock ’n‘ Roll Image von verwüsteten Hotelzimmern und Saufgelagen ist auch nicht gerade hilfreich. Obwohl der allergrößte Teil der Musiker diesem Bild ganz und gar nicht entspricht.“, sagt Klaus Forster, Geschäftsführer von Rooms4Music. “Die Situation ist jetzt schon verheerend. Eigenlich haben wir ein Luxusproblem, wir sind permanent voll belegt. Darüber hinaus sind aktuell 83 Producer auf der Warteliste für ein Recording Studio und 68 Bands warten auf einen freiwerdenden Proberaum.”

Auch die anderen Bands sitzen bald auf der Straße

Ende 2020 ist im Holderpark endgültig Schluss mit Musik. Weil der Mietvertrag nicht verlängert wird und alle anderen Musiker und Bands sitzen bald auf der Straße. Aber die 36 Mieter aus dem 3. Obergeschoss müssen schon im Frühjahr 2019 ausziehen.

Für Frühaufsteher Kaas (Die Orsons), der ebenfalls davon betroffen ist, kommt das mehr als ungelegen: „Ich brauche täglich einen Raum von 5 Uhr bis 14 Uhr. Dezember bis März ist die heiße Phase. Und da habe ich wenig Zeit für eine große Umstrukturierung. Da brauche ich Platz zum Schreiben.“

Immobilienverwalter und Kleinkunstfreund Peter Hoff hatte es 2010 ermöglicht, im Holderpark Flächen für Musiker anzumieten. Im Rückblick sagt er mit dem ihm eigenen und süffisanten Humor: „An Musiker zu vermieten ist auch nicht schlimmer als an Schreibtischtäter.“

Geräuschpegel abnehmend

Im Gebäude stört sich keiner am Lärm, obwohl es einen gemischten Betrieb mit Büros gibt. Ab 18 Uhr und am Wochenende sind die Schreibtischtäter verschwunden. Dann dürfen die Rockbands aufdrehen. Es wird aber zunehmend elektronisch produziert, das findet auch tagsüber statt. Die elektronische Musikproduktion ist relativ leise. Und im Stahlbetongebäude hört man in den anderen Etagen davon nichts.

Was passiert mit den Mietpreisen?

Die Mieter bringen ihre Angst vor Mieterhöhungen zum Ausdruck. „Wir verdienen keinen Cent mit der Geschichte“ oder „Eine Mieterhöhung ist kaum verkraftbar, da brotloses Hobby“, sind unter anderem ihre Aussagen. Dabei ist es egal, wie erfolgreich die Musiker ihre Musik verkaufen. Das kann nicht das Problem des Vermieters sein. Rooms4Music unterstützt die Bands zwar und sendet ihnen immer wieder Auftrittsangebote wie www.suche-band.de zu. Aber verkaufen müssen die Künstler ihre Musik letztendlich schon selber.

Ein Mieter aus dem 3. Obergeschoss spricht vielen Musikern aus der Seele: „Übertreibe es nicht mit der Miete.“ Der Wunsch ist absolut nachvollziehbar. Aber Proberaumbetreiber setzen die Mieten ja nicht nach Vergnügen fest. Sie müssen einen Aufschlag auf die Anmietpreise nehmen. Denn neben den Nebenkosten, Mehrwertsetuer, Allgemeinflächenumlage, Marketing, Reinigungskosten, Instandhaltung, Leerstands- und Mietausfallrisiko, Versicherungen, Brandschutz, Gewerbe- und Körperschaftssteuer, Kapitalverzinsung müssen auch Personal und Verwaltung finanziert werden. Und nur wirtschaftlich gesunde Unternehmen können langfristig ihren Kunden einen Nutzen bieten. So wie es bei Rooms4Music bereits seit 9 Jahren im Proberaumzentrum der Fall ist. Darum sagt Forster: „Zur Wertschätzung der Proberäume gehört nun mal auch der finanzielle Teil.“

Immobilienpreise in Stuttgart

Trotz neuer Gewerbeflächen um den Hauptbahnhof ist der Immobilienmarkt in Stuttgart so angespannt und hochpreisig, dass kaum geeignete Gebäude zu finden sind. Ohne die neuen Flächen, sähe es wahrscheinlich noch viel schlimmer aus. Die Stadtverwaltung schreibt zwar auf ihrer Webseite: “Die Stadt Stuttgart unternimmt große Anstrengungen, den Nachwuchs zu fördern. Proberäume sind in Stuttgart knappes Gut.” Praktisch ist es so, dass bei der Umnutzung eines Gebäudes vom Stuttgarter Bauamt alle möglichen und teilweise absurd anmutenden Auflagen auferlegt werden. Diese werden dann auch noch mit dem Hinweis versehen, man dürfe das Gebäude nicht nutzen, bis das Verfahren abgeschlossen ist.

Bei der Gründung von Rooms4Music hat das Verfahren über 2 Jahre gedauert. „Ich stand also 2 Jahre lang mit einem Fuß im Knast. Eine Immobilie zu mieten und so lange brach liegen zu lassen treibt jedes Unternehmen in den Ruin, bevor es richtig gestartet ist“, gibt Forster zu bedenken. „Daher suchen wir jetzt ein freistehendes Bürogebäude, in dem wir Musikerbüros vermieten können, damit wir schnell Abhilfe schaffen können. Dafür brauchen wir wieder einen Gebäudebesitzer oder -verwalter wie Peter Hoff, der ein Herz für Musiker hat.“

Über Kaas (www.chimperator-live.de/artists/9-kaas)

Bands sitzen bald auf der Straße

Kaas, Die Orsons

Kaas ist ohne Zweifel eine der spannendsten Persönlichkeiten, die der deutsche Rap je hervorgebracht hat. Ob solo oder als ein Viertel der Orsons, fällt Kaas im tendenziell konformistischen Genre extrem auf: Überbrodelnde Kreativität, ansteckend positiver Mindstate, Fickfinger an Konventionen, ureigener Humor – und musikalisch immer eine Offenbarung weiter als der Rest. Neueste Inkarnation des Kaas-Movements: eine wunderschöne EP namens „Zucker“.

Über Peter Hoff (www.fuchsundhoff.de)

Immobilienbetreuung für gewerbliche und wohnwirtschaftliche Immobilien, Verwaltung von Wohnungseigentum, Vermietung und Verwaltung gewerblicher Immobilien aller Art auf eigene und fremde Rechnung, An- und Weitervermietung von Immobilien.

Über Rooms4Music GmbH

Bands sitzen bald auf der StraßeRooms4Music wurde 2009 gegründet und betreibt seit 2010 das Proberaumzentrum in Stuttgart-Weilimdorf. Es bietet mittlerweile 153 Bands, Musikern und Producern ein Zuhause.

Geschäftsführer Klaus Forster sagt: „Wir veranstalten regelmäßig Musikertage. Damit sich die Musiker austauschen können, um zu lernen und sich weiter zu entwickeln.“

Mit der der Vision „2022 kommen die erfolgreichsten deutschen Bands aus Stuttgart“ möchte er die Bands fördern. Um sie wieder aus dem Proberaum heraus zu bekommen, und zwar auf die Bühne und in die Charts.

  • Gründungsjahr: 2009
  • Geschäftsführer: Klaus Forster
  • Firmen Adresse: Rooms4Music GmbH, Holderäckerstraße 10, 70499 Stuttgart
  • Anzahl der Proberäume und Recording Studios: 110
  • Kreativfläche für Bands und Musiker: 4120 qm
  • Producer und Bands: 153
  • Ansprechpartner für die Presseerklärung: Klaus Forster
  • Website: www.Rooms4Music.com

Zur sofortigen Veröffentlichung, Abdruck frei, um eine Veröffentlichungsmitteilung wird gebeten.

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