Die Bedürfnispyramide aus Musikersicht: Wofür machst Du Musik?

Um einfach nur davon leben zu können oder um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Du kennst bestimmt die Bedürfnispyramide. Die will ich mal aus Musikersicht darstellen. Die unterste Ebene der

Bedürfnispyramide: Existenzsicherung

BedürfnispyramideHier geht es ums nackte Überleben, also um fettes Fleisch und Sex. Das ist wenn Ihr nur des Geldes wegen Musik macht. Dies ist mitunter der häufigste Vorwurf der vielen Coverbands gemacht wird, welcher jedoch bei den meisten absolut unberechtigt ist. Warum, das wird gleich klar. Andernfalls wäre das eine hirntote, buchhaltergeführte Band, so ähnlich wie eine Behörde.

Bei denen sind die Musiker das Humankapital, die Veranstalter und Fans die Gegner. Die Band möchte möglichst viel Geld für Ihre Musik sehen, aber die Veranstalter und Plattenkäufer wollen möglichst wenig dafür bezahlen. Das Ziel ist ein möglichst hoher Gewinn und die Motivation dahinter ist die Angst vorm Bankrott.

Bedürfnispyramide: Egoziele

BedürfnispyramideIch habe den besten und größten Gitarrenverstärker! Das ist wie, wer hat den längsten Fuchsschwanz am Manta. Jetzt ist es allerdings so, dass die Größe eines Gerätes nun mal nicht die Qualität des Musikers ausmacht. Die Größe interessiert allenfalls den Mitarbeiter vom Musikgeschäft, der euch das Ding verkaufen will. Das sind die typischen Feierabendbands, Hobby Bands mit teurem Equipment, deren Fans alle aus dem näheren Freundeskreis kommen. Ihr Ziel ist die interne Harmonie in der Band, Ausgleich zur Arbeit und die Motivation dahinter ist die eigene Spielfreude. Eine Band die so Musik macht, wird von keinem wirklich geschätzt, denn sie tut es schließlich nur für sich selbst.

Was fehlt, ist ein weiter greifender Sinn des Ganzen und das Streben nach sozialer Anerkennung. Der beginnt in der oberen Hälfte der

Bedürfnispyramide: Nutzen für unsere Fans

Das Hörvergnügen, die Live-Show, den Spaß, den wir Ihnen damit bereiten können, die Unterhaltung, die Zugehörigkeit zur Fangemeinde, Abrocken, Tanzen, Ausgelassenheit usw. Das bringt womöglich den einen oder anderen dazu, auf eines Eurer Konzerte zu gehen oder eine CD von Euch zu kaufen. Das ist das Niveau von einigermaßen erfolgreichen Bands, z. B. von guten Coverbands. Die Musiker in der Band sind Team Player und die Fans haben schon eine gewisse Begeisterung für die Band. Sie ziehen ihren Antrieb daraus, Ihren Fans Unterhaltung zu bieten und deren Begeisterung zu ernten. Die Fans haben plötzlich ein Interesse, dass Ihre Band nicht verhungert. Geld hat nur noch den Zweck Eure Existenz zu sichern und zwar so, dass Ihr morgen den Fans noch mehr Spaß bereiten könnt. Das ist das Minimum was eine Band liefern muss, damit sie wahrgenommen wird und das Interesse an ihr steigt.

Wirklich erfolgreiche Bands erklimmen aber die Spitze der

Bedürfnispyramide: Weltziele

Dort geht es darum: Was kann die Musik der Welt oder der Region bieten, um sie besser zu machen? Welche Message in den Songs erreicht die Menschen weltweit unabhängig von Klassen und Ständen? Das könnte sein: stetige Verbesserung des eigenen Könnens, Weiterentwicklung eures Genres, Songs mit Message a la „make love not war“ oder so ähnlich. Das Ziel muss bedingungslos sein und einen gewissen Wert für Menschen mit sich bringen, egal ob der in Sibirien lebt oder am Nabel der Welt, egal ob er reich oder arm ist.

Eine Band mit so einem Anspruch aktiviert Energie. Dann wollen auch andere Musiker mit Euch spielen und es fragen die Agenturen und Veranstalter bei Euch von sich aus nach. Ihr habt eine zweite oder dritte Besetzung, auf die Ihr zurückgreifen könnt, wenn ein Musiker mal kurzfristig ausfällt und Ihr lernt von den Aushilfsmusikern und die von Euch. So könnt ihr zusammen wachsen. Genauso wie Ihr es bei der Jam Session beim Musikertag machen könnt. Dadurch entstehen neue Eindrücken und die Ihr spiegelt Euch diese gegenseitig. Mit jedem Wechsel erhaltet Ihr einen neuen Blickwinkel. Und diese verschiedenen Blickwinkel sind überlebenswichtig innerhalb der Teamarbeit. Denn sie können Euch möglicherweise etwas zeigen, was Ihr so noch gar nicht selbst gesehen habt!

Bands mit so einem Antrieb sind Musikverbesserer oder Weltverbesserer. Ihre Musiker sind Missionare der eigenen Musik und deren Fans Gläubige. Sie ziehen Ihre Motivation aus Ihrer Vision zum Beispiel musikalische Vielfalt.

Ich möchte euch aus meinem eigenen Umfeld, also hier vom Proberaum Zentrum Stuttgart ein Beispiel geben:

Auf der untersten Ebene der

Bedürfnispyramide: existenziellen Ziele

BedürfnispyramideEs geht nur darum von den Bands so viel Miete zu kassieren, dass ich davon leben kann. Das ist unterste Schublade, auf dem Niveau eines Businessplans für eine Bank und das interessiert außer dem Banker, höchstens noch meine Kinder und deren Mutter.

Bedürfnispyramide: Ego-Ziel

Ich habe mir mal in den Kopf gesetzt, die besten Proberäume Stuttgarts anzubieten. Das interessiert bestenfalls Mitarbeiter mit einem Hang zur Spitzenleistung.

Bedürfnispyramide: Kunden-Ziel

Später habe auf die Fahnen geschrieben: Lebe Deine musikalische Kreativität. Dafür konnten sich schon einige Bands begeistern und die wollten dabei mitmachen. Diese hatten dann auch ordentliche Proberäume und einen kreativen Austausch untereinander, aber keine Außenwirkung. das heißt die meisten haben nur hier geprobt, aber sehr selten öffentlich gespielt.

Bedürfnispyramide: Weltziel

BedürfnispyramideIn 2012 habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass im Jahr 2022 die erfolgreichsten deutschen Bands aus Stuttgart kommen. Dazu muss ich Euch wieder aus dem Proberaum raus kriegen und zwar auf die Bühne. Unsere Musikertage sollen ein Schritt auf dem Weg dorthin sein. Und was ich so als Zehnjahresplan formuliert hatte, trat dann auch ungefähr zehn Tage später zumindest punktuell ein.

Um dabei mit zu machen, melde Dich jetzt zum nächsten Musikertag an!

Gefällt Dir Rooms4Music? Dann teile es Deinen Freunden mit: